Posted by Bonsaipflege.net | Posted in Pflegetipps | Posted on 18-01-2010
Der Begriff Bonsai hat seinen Ursprung in Japan. Übersetzungen wie „Anpflanzung in der Schale“ oder „kleiner Baum im Topf“ wird der dahinter stehenden Philosophie der harmonischen Einheit nicht ganz gerecht. Seine Kleinheit behält der in der Schale wachsende Baum dadurch, dass seine Äste und Wurzeln kontinuierlich geschnitten werden. Das Moos unter dem Bonsai ist ein weiterer Beitrag zur Ästhetik, schützt aber auch das Bäumchen durch seine Abwehrstoffe. In den Zellwänden des Mooses werden Stoffe gegen verschiedene Bakterien und Mikropilze, wie z. B. Mehltau gebildet sowie biochemische Substanzen die sein Immunsystem stärken.
Wie die eigene Bemoosung der Bonsaischale gelingt
Das Moos findet man in Wäldern mit Kiefern und auf alten Steinen. Besonders schön wirkt dichtes, kurzes Moos. Nachdem das Moos ca. vierzehn Tage getrocknet wurde, wird es zerbröselt und auf die lockere Bonsaierde gegeben werden. Damit es Bodenhaftung gewinnt, wird es mit dem Wasser aus der Pflanzen-Sprühflasche besprüht. Bereits innerhalb weniger Wochen sprießt der immer dichter werdende Moosteppich.
Dieses Vorgehen funktioniert jedoch nicht bei reinen Substratlösungen ohne Erde. Warum sollte diese Mühe aufgewendet werden und nicht einfach frisch abgetragenes Moos aufgelegt werden? Bei frischem Moos werden schädliche Organismen und Pilze nicht weitgehend durch den Trockenprozess inaktiviert. Außerdem gestaltet sich das Anwachsen schwierig. Eine Zwischenlösung wäre, bereits getrocknetes Moos zu verwenden, das als Bodengrund in Geschäften für Terrarienbedarf erhältlich ist.
Eine neue Bemoosung ist empfehlenswert, wenn der Bonsai nach zwei bis drei Jahren umgetopft wird oder über den Winter gelblich geworden ist. Generell erfordert es gärtnerisches Geschick Bonsai und Moos, trotz regelmäßigem Besprühen, in der Wohnung ansehnlich zu halten. Einfacher ist es, Bonsai Moos Kombinationen im kühlen Wintergarten oder im Garten zu kultivieren.
Abmoosen – die Schönheit des Bonsais wird vervielfältigt
Zu der am häufigsten angewandten Gestaltungstechnik, um eine neue, mehrjährige Pflanze zu gewinnen, zählt die Ringelmethode. Wer sich nicht gleich an seinen geliebten Bonsai heranwagen möchte, kann zunächst mit einer unempfindlicheren Pflanzenart, z.B. dem Ficus, üben. Viele Gewächse bilden bei ausreichend Feuchtigkeit und Wärme Wurzeln. Die entstehende Tochterpflanze besitzt das gleiche Erbgut wie die „angeschnittene“ Mutterpflanze. Die Schnittstelle wird entsprechend der angestrebten zukünftigen Baumform gewählt.
In jedem Fall muss ein mindestens 2 cm breiter Ring in die Rinde geschnitten werden, bis das Trieb- bzw.Saftholz erreicht ist. Nach dem Entfernen der Rinde, kann die Wurzelbildung durch ein Bewurzelungshormon angeregt werden. An dieser Stelle wird mit einem Aluminiumdraht, eine mit sauerer Erde (Bonsaierde) und Sphagnummoos gefüllten Manschette oder ein zurecht geschnittener Plastiktopf, befestigt. Mit Unterstützung der feuchten Erde entstehen in wenigen Wochen oder Monaten Wurzeln, je nach Pflanzenart.
Sobald braune Wurzeln sichtbar werden,wird das Bäumchen etwa ein Zentimeter unterhalb der Wurzelbildung durchtrennt und in eine tiefere Schale eingepflanzt. Mit dieser Methode kann man auch die Stammlänge korrigieren. Ist die „Operation“ geglückt, gewinnt der Bonsai bei guter Pflege ein sehr langes Leben und der Besitzer viel Freude.
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